Film: Der Wein und der Wind

Gesehen am: 13.2.2022 auf 3SAT

Eigentlich klingt der französische Originaltitel dieses Films aus dem Jahr 2017 viel besser: Ce qui nous lie. Der Film spielt mitten in den Weinbergen in Burgund, wo sich die drei Geschwister nach dem Tod des Vaters schwierigen Entscheidungen stellen müssen.

Die drei Geschwister schlugen unterschiedliche Lebenswege ein: Jean, der Älteste,  wanderte nach Australien aus, wo er zusammen mit seiner Freundin Alicia und dem gemeinsamen kleinen Sohn lebt.

Der jung verheiratete Jérémie lebt mit seiner Frau Océane und dem Baby bei deren Eltern. Sie sollen die umfangreichen Weinzeilen und Projekte des Vaters übernehmen.

Juliette lebte mit ihrem Vater auf dem elterlichen Weingut und lebte für den Wein. Als der Vater starb, mussten die Geschwister entscheiden, was mit dem Weingut passieren sollte. Dabei wird von den Geschwistern einerseits vieles aus der Vergangenheit aufgearbeitet, andererseits versucht, seinen eigenen Platz im Leben zu finden.

 

Der Film bekam positive Kritiken. Johannes Bluth meinte etwa, dass der Film wie eine familiäre Seherfahrung sei „Man wird beim Zuschauen Teil der Familie, ist bisweilen genervt, gelangweilt, aber spürt doch stets die wärmende Grundierung der gegenseitigen Liebe.“ Dabei sei die Zeichnung der Figuren die große Stärke des Films, in dem es Klapisch gelinge, tief in die Ängste und Wünsche, in die Schönheit und Unzulänglichkeit seiner Protagonisten einzutauchen und diese nachfühlbar zu machen. Bluth schreibt: „Nahezu jedes Gespräch, jeder Blick, jeder Affekt wirkt absolut ungekünstelt und emotional gewichtig. Das liegt auch an der sehenswerten Besetzung, die ganz ohne große Namen auskommt.“ Er bilanziert: „Der Wein und der Wind ist kein Feel-Good-Movie, obwohl man gerne und mit Genuss der Geschichte folgt und Jean, Juliette und Jérémie beim Weinschwenken und leidenschaftlichen Streiten beobachtet. Es ist eine ernsthafte Leichtigkeit, die so etwas wie kathartische Effekte beim Zuschauen auslöst und sich wie ein ätherisches Bonbon wohltuend auf gereizte Partien legt. Keine Erhabenheit, keine große Geste – „Der Wein und der Wind“ ist Kino des Alltags, im besten Sinne.“