Das Beste ist noch nicht vorbei

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Das lange Nicht-Bloggen ist keinesfalls verursacht durch ereignislose sondern vielmehr durch zu ereignisreiche Tage. In die schöne Zeit muss viel hineigestopft werden, sodass wenig Ruhe (und Lust) zum Sitzen am Laptop bleibt. Ein großes Ereignis war die Feier zum runden Geburtstag der Krautundrüben-Schwester in einer schönen Location am Pöstlingberg in Linz. Der große Gasthof war bestimmt ein wichtiges Ausflugsziel am Pöstlingberg und entwickelte sich aufgrund der bekannten Hinderlichkeiten in der Gastronomie hin zu einem Eventgasthaus, das man für verschiedene Veranstaltungen mieten kann. Im Inneren weisen die alten Möbel und das restliche Ambiente zumindest noch auf die vergangene Größe und Glanz hin. Die Arbeit im Gasthof ist aber mehr zum Hobby geworden, denn zur ständigen Einnahme, wie uns der Besitzer Herr Mayr versicherte und auf seiner  Homepage sehr treffend bemerkt:

Familie Mayr – SPATZENBAUER EIGENTÜMER FAMILIE
Seit 3 Generationen befindet sich der Spatzenbauer in Besitz der Familie Mayr. Gemeinsam haben wir uns dazu entschlossen, den Spatzenbauer als Eventlocation weiterzuführen. Über mehrere Generationen hinweg erfolgreich zu bleiben ist eine Herausforderung, die wir als Familie meistern werden. Wir haben gemeinsame Vorstellungen, eine herausfordernde Vision und große Ansprüche an uns selbst.

Familie und Freunde waren geladen und genossen guten Wein, Essen und das herrliche Ambiente im Spatzenhof. Während sich die Jugend mit sich selbst beschäftigte, versammelte sich die ansehnliche Gruppe im herrlichen Garten bei nicht zu heißem Wetter. Die meisten Gäste hatten bereits die Lebensmitte erreicht, waren also gegen 50 und darüber, was auch der Kern meiner Rede für die Krautundrüben-Schwester war.

Geburtstagsrede des Krautundrüben-Vaters

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In Feierlaune

Die Lebensmitte wäre mit 50 Jahren und demnach Aussicht auf weitere 50 Jahre eigentlich großzügig bemessen, es wäre schön, wenn man über weitere 50 Jahre planen und verfügen könnte. Für die meisten Menschen liegt die biologische Lebensmitte nämlich so um die 40. Also zu einer Zeit, wo viele mit Kindern und Familie, mit Job und Karriere und dem Anschaffen  von Eigentum. beschäftigt sind und sich so gar nicht in der Mitte des Lebens oder gar am Zenit empfinden. Wir waren sehr oft geschafft und gestresst mit  wiederholten Mittelorhrentzündungen, Angina oder Fieberschüben unserer Kinder, mit Kindergarten und Schulbeginn und der Frage, wieviel Stunden Fernsehen am Tag angemessen wären. Dass der Zenit aber mit 40 erreicht sein soll und es danach nur noch bergab geht, glaubt heutzutage sowieso keiner mehr. Das ist Gott sei Dank schon längst überholt und eine alte Sicht der Dinge!

Heute gelten die Jahre zwischen 40 und 60 Jahren vor allem als eine Phase der Neuorientierung. Eine Zeit, wo viele nochmals ihrem Leben einen neuen Sinn geben wollen und vielleicht auch retrospektieren: Was ist mir gelungen, was ich mir früher erträumt habe und wie kann ich die verbleibenden Jahre sinnvoll gestalten?

Es ist offenbar erwiesen, dass es nach einem Tief – angeblich ein Zufriedenheitstief – mit 45 Jahren bei den meisten Menschen wieder bergauf geht. Midlife-Crisis heißt in diesem Zusammenhang das Zauberwort, wo der Unterschied zwischen Männern und Frauen wieder einmal frappant ersichtlich wird – nämlich statistisch belegt, nicht nur gefühltes Klischee: Während sich Männer um die 50 statistisch gesehen tatsächlich am häufigsten Motorräder kaufen, sind bei den Männern mittlerweile auch Tauchurlaube sehr gefragt oder es wird die Abenteuerlust mit einer Himalaja-Trekkingtour gestillt, während Frauen statistisch gesehen einen Wellnessurlaub bevorzugen, aber auch immer häufiger zu einem Yoga-Kurs oder Yoga-Reise tendieren.

Interessant ist z. B.: Unser biographischer Horizont reicht gefühlt 15 Jahre nach vorne und 15 Jahre zurück. Das heißt, dass wir mit 50 mit 20 und 30 Jährigen in unserer Erinnerung nicht mehr viel gemeinsam haben, Filme, Mode, Musik können 50-jährige gut mit bis zu 35-Jährigen und bis zu 65-Jährigen teilen. Sieht man gut bei der Mode, wer von den Über-50ern hat das jüngste Aufkommen der 1980-er Jahre Mode nicht mit einem Seufzer begrüßt! Dauerwelle, Staubmäntel und Schulterpolster haben wir doch überwunden und überlassen es gerne unseren Kindern!

03/2022
05/1983  Die Ähnlichkeit der beiden Männer ist zufällig

Aber viele Chancen können auch mit 50 noch genutzt werden:  Vielleicht nochmals umziehen, vielleicht noch mehr in den Job investieren, vielleicht ein verschüttetes Talent erkennen – vielleicht Korbflechten, oder Baladi, Adumu oder Wolosso – Tanzen lernen, vielleicht zum 1. Mal einen Strudelteig probieren, in den Kinderurlaubslieblingsort zurück kehren, ein Monat barfuß gehen oder sich einfach nochmals verlieben – alles möglich. Was eher unwahrscheinlich ist – um bei der Statistik zu bleiben: Vermutlich werden wir keine neue Sprache mehr erlernen, uns keine radikal neuen Gewohnheiten mehr zulegen und unser Äußeres wird sich auch nicht mehr zum Besseren verändern. Wir werden uns mit einem Die-schaut-aber-für-ihr-Alter-gut-aus-Kompliment begnügen müssen.

Um das alles irgendwie zu kompensieren, werden wir weiterhin gerne Geschichten über 90-Jährige lesen, die noch Berge besteigen, um die Welt reisen oder Bücher schreiben.

Optimistisch wie wir sind halten wir uns an die neu definierte psychologische Lebensmitte mit 50 bis 55 Jahren. Warum die viel später ist als die biologische Lebensmitte, liegt darin, dass wir uns so jung fühlen. Unser heutiges Leben besteht aus ganz viel Jungfühlen und mit viel Glück aus sehr viel Alter. Die Zeit, wo wir im Vollbesitz unserer Kräfte und Energien sind, das sind nicht mehr als 15-20 Jahre, wo wir unsere Kinder großziehen und Karriere machen bzw. wo es im Job intensiv bergauf geht ist oft sehr kurz und auslaugend. Das Gute ist: Danach wird es langsamer, man lernt langsamer, man fokussiert sich mehr auf bestimmte Dinge, man braucht öfter eine Pause und man kann das Wichtige besser vom Unwichtigen unterscheiden.

Interessanterweise, wenn man mit 50 aus zurück blickt, hat man eigentlich viel mehr erreicht und erlebt, als man sich je mit 20 vorstellen hätte können. In der Liebe hat man gelernt, dass kein Mensch perfekt ist, weder der Partner noch die Kinder, Familie oder Freunde.

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Das Beste ist noch nicht vorbei: Nina Fiva Sonnenberg

Mach die Augen auf, denn heute regnets nicht.
Niemand ist perfekt und unperfekt sein geht es nicht.
Schieb die Wolken weg und dann bewegst du dich,
Soweit dich deine Füsse tragen, wenn auch nur zum Nebentisch.
Balsam auf die Seele und die Sorgen legen sich
Heute Nacht wenn du allein bist, sicher nicht mehr neben dich.
Zeig mal das Gesicht das gute Zeiten kennt.
Wenn man nicht schnell vergisst,
Hilft es wenn man kurz verdrängt.
Du bist nicht der Typ,
Der still steht wenn er flieht.
Du bist Superman und der Stillstand Kryptonit.
Weg von dem Platz an dem ich deine Träume platzen seh.
Heut gibts keine Fehler, höchstens eine Schnapsidee.
Und wenn du rennst und denkst es geht nicht
Weiter auf dem Weg den du gerade gehst.
Schick ich dir Wind und Schauer trägt dich,
Solang dir dein Atem fehlt.
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Gib mir die Hand und wir springen zusammen bei 1, 2, 3
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Gib mir die Hand und wir rennen zusammen bei 1, 2, 3
Und wenn du wirklich von mir wissen willst wie’s geht,
Ich kanns dir nicht sagen
Ich weiss nur es ist manchmal leichter schnell zu rennen
Als leise schwer zu tragen.
Und es ist manchmal leichter laut zu sein
Als leise nichts zu sagen.
Also müsste es doch leicht sein, leicht zu sein
Anstatt es immer schwer zu haben.
Doch das ist Theorie, was ist mit Praxis?
Wirf dich zurück ins Leben und erobere ’ne Galaxis.
Kein Weg zu weit, für den Heimweg gibt es Taxis.
Wenn ne chance kommt, hinterher und schnapp sie.
Und wenn du bremst und denkst es geht nicht
Weiter auf dem Weg den du gerade wählst.
Schick ich dir Wind und Schauer trägt dich,
Solang dir der Atem fehlt.
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Gib mir die Hand und wir springen zusammen bei 1, 2, 3
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Gib mir die Hand und wir rennen zusammen bei 1, 2, 3
Und wenn du rennst und denkst es geht nicht
Weiter auf dem Weg den du gerade gehst.
Schick ich dir wind und schauer trägt dich
Solang dir dein atem fehlt
Und wenn du bremst, sag ich: beweg dich
Weiter auf dem weg den du gerade wählst
Schick ich dir Wind und Schauer trägt dich,
Solang dir dein Atem fehlt.
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Gib mir die Hand und wir springen zusammen bei 1, 2, 3
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Das Beste ist noch nicht vorbei,
Gib mir die Hand und wir rennen zusammen bei 1, 2, 3
Und wenn du rennst und denkst es geht nicht
Weiter auf dem Weg den du grad wählst.
Schick ich dir Wind und Schauer trägt dich,
Solang dir dein Atem dafür fehlt.
Quelle: Musixmatch
Songwriter: Nina Sonnenberg,

 

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