Glühen für Europa

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In meiner bevorzugten Tageszeitung (die seit letztem Sonntag eigentlich nicht mehr meine bevorzugte Zeitung ist, nachdem sich der Chefredakteur in einem TV-Interview mit der Grazer Bürgermeisterin vollkommen daneben benommen hat und damit seine journalistische Integrität in Frage stellte) schrieb Ernst Sittinger zur Lage Europas: „Wir sind umgeben von Lebensweisen, die wir nicht gut finden, aber auch nicht ändern können. Denn die Europäer müssen damit leben, dass weltweit kaum mehr jemand auf sie hört. Europa und die EU sind kein globaler Machtfaktor mehr.“ (Die Verschweizerung Europas, Kleine Zeitung, 6. Februar) Anspielen tut er auf das sich gegenseitige Herzen der beiden östlichen Großmächte Russland und China, die als eine zunehmende „Achse des Bösen“ im Spiel der Mächte zu sehen sind. Die Auswirkungen spüren wir in unserem täglichen Leben bei der Erhöhung der Energiekosten, das „Säbelrasseln“ an der ukrainischen Grenze oder die Missachten der Menschenrechte. Dementsprechend machtlos könnte ich mich als überzeugte und stolze Europäerin fühlen. Liest man dann als Schlagzeile „Macron bei Putin“ oder „Scholz plant doch Treffen mit Putin“, zweifelt man zurecht an der Wirksamkeit der Treffen, vor allem, weil man dem Putin ja nichts entgegensetzen kann, außer wirtschaftlichen Boykott von Seiten der Europäer (der aber in Anbetracht der „Achse des Bösen“ wirkungslos ist?). Sollen wir Europäer deshalb aufgeben? Sollen wir uns damit zufrieden geben, nur mit dem erhobenen Zeigefinger zu wacheln? Was können wir der ökonomischen und militärischen Macht der Großmächte entgegensetzen? Ganz einfach: Unsere Freiheit! Die Verbindung von Gesellschaft und Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, Gesellschaft und Kunst kann nur gelingen, wenn Kommunikation und Kultur innerhalb der Gesellschaft funktionieren. UND dazu gehört auch, keine Migrant*innen im Mittelmeer ertrinken zu lassen, die Frage des Klimaschutzes nicht auf die Großmächte abzuschieben, ein sensibler Umgang mit Rohstoffen, eine gute Balance zu Innovationen zu finden, das soziale Gleichgewicht im Auge zu behalten und die Verhältnismäßigkeit des Diskurses zu bewahren. Sollen wir deshalb nicht mehr Einigkeit innerhalb Europas erzielen und das Selbstbewusstsein Europas stärken (ja ich brenne für Europa!), damit wir unsere Strahlkraft bewahren und noch verstärken können? Und wie Herr Sittinger so schön sagt:“… die Voraussetzungen sind gut, solange Fantasie und Vielfalt uns leiten. Andere machen vielleicht mehr Medaillen. Aber Europas Hymne wird in den Träumen gesungen.“

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Zum Thema passend und meine Musik für heute: Ode an die Freude (eigentlich sehr cooler Flashmob, vor allem das kleine Mädchen mit der Blockflöte zu Beginn)

 

Frau Krautundrübe

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