Hochzeitstage & Thronjubiläen

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Hochzeitsreise in Rom

Der 20-jährigen Statistik folgend wäre ich zumindest einmal zu Christi Himmelfahrt, Pfingsten oder Fronleichnam in eines der südlichen Nachbarländer zwecks Kurzurlaub gefahren. Die Urlaube waren eigentlich selten befriedigend, weil es entweder zu kurz war oder meistens das Wetter gar nicht mitspielte, sodass es auch dort ungemütlich war. Dazu kamen bevorstehende Schularbeiten von Kind 1 bis 2 oder später auch 3. Ein guter Grund zu fahren war unser altes Wohnmobil, das bewegt werden musste. Das Wohnmobil gibt es nicht mehr. Die Kurzurlaube gibt es auch nicht mehr. Ich vermisse beide.

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Herr Krautundrübe und ich feiern unseren 18. Hochzeitstag. Eigentlich feierten wir am 4. Juni 2004 unsere standesamtliche Trauung und am 5. Juni 2004 die kirchliche Trauung in der Schlosskapelle Seggauberg. Die Entscheidung zu heiraten kam von mir. Es kam kein klassischer Heiratsantrag von Herrn Krautundrübe, im Gegenteil – er war ziemlich überrascht. Wie es dazu kam? Frau Kind 1 und Herr Kind 2 waren bereits im Kleinkindalter, als ich mich auf eine Forschungsreise ins Hochland von Anatolien begab. Nicht nur die konservativen Anatol*innen auch die konservative scientific community, mit der ich unterwegs war, veranlassten mich zu dem konservativen Schritt, Herrn Krautundrübe unmittelbar nach meiner Rückkehr einen Heiratsantrag zu machen (Eigentlich wollte ich einfach nicht mehr angebraten werden von Männern, von denen ich nicht angebraten werden wollte, auf einer Forschungsreise, die bislang immer meine schönste bleiben wird.) Nachdem Herr Krautundrübe und ich kurz nach unserem Beziehungsstart Kinder bekamen, ein Haus renovierten und gut im Job Fuß fassten, war das alles in allem die Krönung von all dem Gelungenen. Bereits nach einer Stunde an diesem noch lauen Septemberabend nach meiner Rückkehr standen die Trauzeugen fest, und dass es eine Gartenparty werden sollte, von der wir aber im Laufe der Wochen Abstand nahmen – oder mehr oder weniger Abstand nahmen. Nachdem ich im Mai noch schnell mein Rigorosum absolvierte, konnte ich mich endlich voll und ganz der Hochzeitsvorbereitung widmen. Ich musste zur Schneiderin  wegen dem Brautkleid, Friseurtermine mussten im Vorfeld ausgemacht werden und ich kam zu einer Kosmetikerin, da ich mit Schminken sonst nichts am Hut habe. Von allem gab es auch einen Probedurchlauf. Außerdem musste mit der Hochzeitslocation in der Südsteiermark alles vereinbart werden.

Standesamt ungeplant mit Doppelnamen verlassen

Am 4 Juni 2004 trafen schließlich nur die engere Familie und die Trauzeugen zur standesamtlichen Trauung ein. Es begann zu regnen und sollte sobald nicht mehr aufhören. IEs wäre nun die Stelle, wo ich schreiben muss, dass es ein unvergessliches Ereignis war. Das war es selbstverständlich auch. Eine Hochzeit ist wie ein Baby, von dem man entzückt ist, aber trotzdem nur den Beginn einer langen Reise darstellt. Ehe ist immer auch Arbeit.

Bei der Ankleide und Herr Kind 2 beim Versuch mein Kleid schmutzig zu machen

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Gefühlt war das Heiraten in meiner Generation nicht unbedingt ein Muss. Das lag wahrscheinlich daran, dass viele unserer Eltern noch den Heirats-Konventionen der damaligen Zeit folgten. Unsere Eltern wurden bereits um die 20 Eltern und heirateten sofort danach. Bemerkenswert ist, dass sie nach fünfzig Ehejahren noch immer keine Zweifel offen lassen, dass es damals die richtige Entscheidung war.

Väterlicher Brauttanz

Ein Blick in die Statistik macht deutlich, dass auch heute noch aus unterschiedlichsten Gründen geheiratet wird. Man geht zwar davon aus, dass die Menschen aus Liebe zueinander heiraten, was aber nicht unbedingt stimmt. Eine steuerliche Erleichterung oder die Einführung und spätere Abschaffung einer unter der Kreisky-Ära eingeführten Heiratsprämie zeigten statistische Ausreißer. Seit den 1960ern sinkt die Zahl der Eheschließungen von rund 60.000 im Jahr kontinuierlich. Aber es gibt auch ein paar Ausnahmen. 1987 stieg die Zahl der Eheschließungen rapid von rund 45.800 (1986) auf stolze 76.200. Der Grund: Mit 31. Dezember 1987 wurde die Heiratsprämie, die damals bei rund 15.000 Schilling (so viel!) lag, eingestellt. Im Jahr darauf heirateten nur knapp 35.400 Menschen. Die hohe Anzahl an Eheschließungen von 1987 wurde zumindest seit den 1960er-Jahren in Österreich nie wieder erreicht.

Derzeit bewegt sich die Zahl der Eheschließungen seit Jahren zwischen 30.000 und 35.000. Das Erstheiratsalter liegt aktuell bei Frauen bei 29,8 Jahren und bei Männern bei 32,2 Jahren.

Dass die Ehe nun wieder in sei und mehr an Bedeutung gewonnen hätte, lässt sich daraus aber nur schwer ableiten. „Generell lässt sich aber sagen, dass die Selbstverständlichkeit einer Ehe bis in die 1980er-Jahre gegolten hat. Das geht zurück. Heute ist die Ehe eher eine bewusste Entscheidung, keine normbasierte“, sagt Norbert Neuwirth vom Österreichischen Institut für Familienforschung der Universität Wien (ÖIF).

Auf die Scheidungszahlen wirkte sich die wirtschaftliche Krise aus, indem seit 2009 eine Trendumkehr festgestellt wurde. Bei steigender ökonomischer Unsicherheit wird entweder versucht, eine Ehe eher zu halten oder die Partnerschaft formell zu fixieren. Wenn die Scheidungsrate langsam gesunken ist, liegt das auch daran, dass weniger Ehen geschlossen werden, sodass Partnerschaften ohne Ehe weder in der Eheschließungs- noch in der Scheidungsstatistik aufscheinen. Hinzu kommt, dass viele Ehen wenn, dann eben erst später geschlossen werden. Was wiederum den positiven Effekt hat, dass die Beziehungen länger halten, weil sie erprobter und dadurch auch stabiler sind. Außerdem lässt sich feststellen, dass es in Krisenzeiten weniger Scheidungen gibt. Beim Trennungswillen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wie eine Untersuchung des ÖIF aufzeigt (Buber-Ennser, Neuwirth und Testa: „Familienentwicklung in Österreich“, 2009–2013). Daraus geht hervor, dass Frauen eine weitaus höhere Trennungsneigung als Männer haben. Besonders bei Eltern ist der Unterschied hoch. Laut Bericht weisen Mütter die „dreifache Trennungsneigung der Väter“ auf.

(Quelle: Warum wir heiraten aus Die Presse).

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Als Fan des britischen Königshauses verfolge ich das 70-jährige Thronjubiläum der Queen mit großem Interesse. (Meine Begeisterung für die europäischen Königshäuser ist der wöchentlichen Freizeit Revue meiner Großmutter geschuldet, wo ich mit großer Begeisterung das Leben der Königshäuser verfolgte.) Es bleibt kein Zweifel, dass dieses Thronjubiläum dem britischen Königshaus zu einem Popularitätshoch verhalf. Man denke nur an den kleinen Prinzen.

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Wegen dem Hochzeitstag:  Strawberry fields forever & Björk  Yoga

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