Waldbaden, Hausfrieden und Kriegslied

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Die vergangene Woche stand noch ganz im Zeichen der Corona-Infektion. Der Schnupfen wollte nicht weichen, auch heute bin ich noch leicht rekonvaleszent. Das hatte zur Folge, dass nicht nur der Schiurlaub abgesagt werden musste, sondern der Wintersport insgesamt zu kurz kam. Schuld war aber nicht nur die Corona-Infektion, sondern auch die verrückten Wetterkapriolen. An den Wochenenden gab es wiederholt im Gebirge entweder massiven Schneefall mit höchster Lawinengefahr oder anhaltende Stürme, die Schifahren nicht möglich machten. Am Dienstag wird zwar der meteorologische Frühling beginnen, aber ich habe beschlossen soweit es die Schneelage erlaubt, dem Winter und dem Schifahren noch eine Chance zu geben. Um in Bewegung zu bleiben, drehte ich täglich meine Waldrunden, die mir immer mehr bedeuten. Das frühe Frühlingserwachen beobachte ich mit Misstrauen. Ich befürchte, dass der Frost nochmals zurück kommt und große Schäden anrichtet.

Waldbaden
Immer wieder blauer Himmel und viel Wind

Leberblümchen oder Hepatica nobilis
„Wie lieblich duftet uns im März
der Seidelbast! Doch innerwärts
ist er voll Gift und Galle!
weil wir, in diesem Falle,
das Wunder nur beschauen sollen,
man muss nicht alles kauen wollen!“
Karl Heinrich Waggerl

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Obwohl ich während der letzten Wochen ausschließlich zu Hause war, war ich trotzdem nie alleine. Umso mehr genoss ich die Ruhe an diesem Wochenende, als Pubertier Kind 3 beschloss, seinen Großeltern zwecks Schifahren, das wieder aufgrund des starken Windes an nur einem Tag möglich war, einen Besuch abzustatten. Wir erhielten am Samstagnachmittag lieben Besuch von M. und I., schmausten sündige, mit Vanille-Buttercreme gefüllte Krapfen der Konditorei Flössl aus Frohnleiten, da ja eigentlich Faschingssamstag war. Die Freude über die fast überstandene Pandemie wich eindeutig der Sorge um die Lage in der Ukraine, die sich schwer über unsere Gemüter legte.

Ruhe zu Hause

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Zur aktuellen Lage: Oskar Werner: Gedichte gegen den Krieg

’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre,
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten, und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre,
Nicht schuld daran zu sein!

Kriegslied, Matthias Claudius, 1778

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Mein Song für heute: Ozzy Osbourne, Dreamer

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