Es ist wieder der 5. des Monats, und die Tagebuchblogger*innen finden sich bei Frau Brüllen ein, die fragt #WMDEDGT, oder „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“.
Ich wache heute vor dem Weckerläuten um 6 Uhr morgens auf, da ich pünktlich wegen dem Prüfungstermin um 8 Uhr auf der Uni sein muss. Den trödelnden Pubertier antreibend schaffen wir es mit dem von Herrn Krautundrübe gelenkten Auto einigermaßen pünktlich in die Schule und an die Uni. Es ist ein wolkenloser Morgen mit nur 2 Plusgraden, die sich aber im 10 Minutentakt steigern. Ich sehe noch den Rest vom „Wurmmond“, ja so heißt der Märzmond. Warum dieser Name? Das liegt angeblich am nahenden Frühling und den Würmern, die sich durch den wieder aufgetauten Boden in die Erde und an die Oberfläche kämpfen und so den Boden wieder auflockern. Dieser Name hat somit keine astronomische Bedeutung, aber er fungiert als Symbolträger für den nahenden Frühlingsbeginn.
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An der Uni ist bereits reges Treiben, das Semester hat frisch gestartet und die Studierenden eilen zu ihren Kursen oder auch Prüfungsterminen. Ich finde jedenfalls einen vollen Hörsaal vor, was mich zufrieden stellt, da ich es überhaupt nicht leiden kann, wenn sich Studierende zu Prüfungen anmelden und unentschuldigt fernbleiben. Es ist ein kurzes Kommen und Gehen, nachdem sich die Zu-Spät-Kommenden eingefunden haben und die, die mich bitten, Sie von der Prüfung auszutragen, weil die Prüfung zu schwer erscheint ( – ich bin da viel zu großzügig, ist mir bewusst), wieder gegangen sind.

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Nach der Prüfung hole ich noch meine Post vom Sekretärinnenbüro und begebe mich kurz auf die Bibliothek, um meine fehlenden Bücher für die neuen Kurse abzuholen. Ich lese noch ein wenig über Satyrspiele und antike Skenographie, sowie über Komödianten und weshalb sie in der Antike gerne stämmig, mit viel Körperfülle dargestellt sind, die man durch Ausstopfen des Oberkörpers auf der Bühne andeutete. Jedenfalls spüre ich noch meinen hartnäckigen Husten, der in der Bibliothek stört. Ich beschließe in Folge der Rekonvaleszenz einen Sonnenspaziergang durch den Park zu machen. Dort bleibe ich bei der riesigen Kaukasischen Flügelnuss stehen, unter der jährlich ein Teppich von Frühblühern begeistert. Ich gehe schließlich weiter in die Innenstadt, dort biege ich ab zum Bergtouren- und Trekkingausstatter, der diese Woche Flohmarkt ausgeschrieben hat. Ich finde, das was ich benötigen würde nicht, und alles andere ist mir zu unübersichtlich, weshalb ich mich in Richtung Bahnhof aufmache. Dort erreiche ich gerade noch den Zug, verpasse allerdings den Anschluss, weshalb ich nochmals zu Fuß gehen muss, sodass ich heute auf einige Kilometer Fußmarsch komme. Dementsprechend müde komme ich zu Hause an. Ich nutze noch die Sonne und Wärme zum Lüften und bereite mich auf ein weiteres Treffen mit Freundinnen vor.


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Am Abend helfe ich Herrn Krautundrübe noch mit dem Packen für seinen Schiurlaub, ich helfe dem Pubertier beim Packen für sein Wien-Wochenende und freue mich auf ein Wochenende alleine zu Hause, als der Krautundrübensohn per Handy-Nachricht ankündigt, dass er mit Freunden nach Hause kommen würde. Na gut, ich kann mich ja trotzdem frei bewegen und machen was ich will, oder? Ich sehe allerdings gebrauchte Geschirrtürme vor mir mit der Ankündigung, dass sie „später“ noch in den Geschirrspüler geräumt werden, ein überschwemmtes Badezimmer mit zu vielen angebrauchten Handtüchern, Schmutzwäsche und Gegenstände, die nicht an ihren Platz zurück geräumt werden und weiß, dass ich wohl nicht machen werde, was ich eigentlich gerne möchte.
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Ich sehe noch die Nachrichten im Fernsehen, als Gast ist der israelische Botschafter in Österreich, breche aber ab und sehe noch kurz eine Diskussionsrunde über den Krieg im Iran. Eine in Deutschland aufgewachsene Iranerin, eine Juristin, redet Gescheites. In Gedanken an die vielen Menschen, die nicht wissen, was die nächsten Tage bringen, beende ich den Tag.
Frau Krautundrübe