Zypern, Tage 1-3

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Am Sonntag zu Mittag trat ich meine Projektreise nach Zypern an. Die Kolleginnen waren bereits am Flughafen in Wien-Schwechat eingetroffen und mit einem Flugzeug voller Ostertourist*innen ging es nach Larnaka. Ich hatte einen Sitzplatz in der Mitte und fühlte mich von meinen beiden unfreundlichen, mürrisch blickenden Nachbarinnen eingeengt. Der Flug kam mir unerwartet lang vor, wohl weil ich nicht aus dem Fenster blicken konnte. Ich widmete mich meinem Reiseführer, den ich 1993 bei meiner ersten Reise nach Zypern gekauft hatte. Der DuMont Kunstreiseführer hält wirklich was er verspricht, jedenfalls konnte ich einen wichtigen Überblick über die Zeit und die archäologischen Fundstätten vom Neolithikum bis zu cypro-klassischen Zeit erlesen. (Der Hellenismus war mir bereits zu langweilig, ich versuchte zu schlafen.) In Larnaka pünktlich nach ca 3 Stunden gelandet, wurden der Pass und das Gesicht gescannt. Den stark verwaschenen Fotoausdruck meines Gesichtes musste ich beim Passport-Herren abgeben und weiter ging es zur Corona-Kontrolle. Schließlich noch ein lästiges Warten auf meinen Koffer, der es tatsächlich spannend machte, da er als Letzter auf das Förderband kam. Kollegin G. kümmerte sich um das bestellte Mietauto. (Ich bin ihr so dankbar, dass sie das Fahren bei Linksverkehr mit Automatik übernimmt!)Diesmal wählten wir eine billigere Mietfirma mit dafür sehr schlechten Konditionen (keine Vollkaskoversicherung) und bekamen einen goldenen 7-Sitzer der Firma Nissan. (Kurze Zweifel, ob das wohl auf den schottrigen, steilen Straßen, die wir befahren mussten, gut gehen würde.) Bei wunderschöner Abendstimmung ging es auf der Autobahn gegen Westen nach Paphos, wo wir unser Hotel Pyramos bezogen. Wir beeilten uns noch rechtzeitig zu unserer Verabredung am Hafen zu kommen. Es wurde ein ausgelassenes Abendessen mit vielen Erzählungen am Hafen von Pafos. Seit langem schlief ich wieder einmal tief und fest bis zum nächsten Morgen durch.

Sardinen in Paphos Port

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Gestern ging es in Richtung Troodos-Gebirge nach Amargeti, wo wir bereits im Herbst unsere Feldarbeit durchgeführt hatten. Das zypriotische Team von der Cyprus University of Technology erwartete uns bereits auf der Platia von Amargeti. Ich war noch schnell damit beschäftigt, die lustigen Ostereier des Paphos-District zu fotographieren, dann noch schnell Hallo-sagen zur Bürgermeisterin Androula. In ihrer Amtsstube duftete es bereits verlockend nach Suppe, die sie täglich den alten Dorfbewohner*innen kocht, die sich mittags bei ihr einfinden und so ein warmes Essen mit Gesellschaft bekamen. Schließlich ging es aufs Feld, wo die Techniker die Drohne steigen ließen. Wir warteten in der Zwischenzeit abseits vom Feld, da wir uns wegen der Drohnenaufnahmen nicht bewegen durften. (Ich nützte die Zeit, um die herrlichen Blumen am Wegesrand zu fotografieren und studierte das Innenleben einer unreifen Mandel.) Schließlich war Lunch bei Alexandros im Restaurant Spring of Life forever angesagt (Der Name leitet sich von der nahen Kirche ab.). Nach Tomaten mit Feta und einer wirklich kleinen Weinverkostung wurden wir noch in die hauseigene Brauerei und in den Weinkeller geführt. (Ich bedauerte die frühe Uhrzeit sehr, hätte ich mir doch gerne ein Glas Wein gegönnt.) Abschließend besuchten wir noch den archäologischen Park in Paphos und wollten eine Tasse Kaffee unter dem unglaublichen Gummibaum am Hafen einnehmen, aber der starke Wind ließ uns bald frierend in unsere Zimmer unter die heiße Dusche flüchten.

Frohe Ostereier
Platia von Amargeti

Im Feld
Beim Beobachten der Drohne
Bei Alexandros im Spring of Life forever
Bierverkostung bei Alexandros
Archaeological Park, Paphos
Römerzeitliches Mosaik

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Die weiteren Tage sind mit Arbeit im Museum ausgefüllt. Ich musste feststellen, dass doch noch mehr zu tun war, als ich in Erinnerung hatte, was mich nun ein wenig stresst. Die Arbeitsbedingungen im Depot sind nicht die besten, da alles sehr beengt und rührig ist. Der Ausblick von meinem Zimmer auf das Meer und das südliche Treiben entschädigen dafür diese kleinen Unreinheiten.

Paphos, Archäologisches Museum
Make a break
Zimmer mit Ausblick

Frau Krautundrübe

 

 

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