Die Seite lässt sich wieder bedienen, aber Schrift und Format haben sich verschoben. Ich werde die mir richtige Schrift wieder finden, es gibt nur zu viele Möglichkeiten. Ich bin derzeit zu ungeduldig für zu viele Optionen.
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Die Ungeduld plagt mich derzeit nicht nur hinsichtlich des Schriftbildes meiner Website, sondern auch im täglichen Arbeitsalltag. Vielleicht dauert mein Herbstaufenthalt hier in Side in der südlichen Türkei bereits zu lange. Aber der Arbeitsalltag ist relativ ruhig, ich bin am Abarbeiten, unangenehme Tätigkeiten werden hinausgeschoben bis zum letzten Abdruck. Ich beobachte an mir allerdings eine sehr ungeduldige Seite, die vor allem meine Mitarbeiter zu spüren bekommen, weshalb ich mich heute auf einen Strand-Walk begebe. Dazu muss gesagt werden, dass das Wetter hier im Süden seit Wochen relativ wechselhaft ist, was in mir eine angespannte Stimmung verursacht. Es gibt im letzten Monat schon sehr viele Regentage mit starken Regengüssen und Überschwemmungen, die das Leben hier nicht erleichtern, da eigentlich alles auf das Draußen ausgerichtet ist: Regenrinnsale im Zimmer, ständig nasse Schuhe, modrig-feuchte Wände. Heute soll der letzte Tag der Schlechtwetterfront sein, indem zum Regen auch ein stürmischer Wind hinzukommt. Der Wind ermöglicht mir allerdings einen vormittäglichen Promenaden-Walk mit Wettermix und kurzzeitig blauem Himmel. Aufgrund des nicht einladenden Strandwetters stellt sich für mich hinsichtlich der Touristenmassen mein sportlich gedachter Walk als Slalomlauf dar. Die europaweiten Herbstferien machen sich wieder bemerkbar, indem vermehrt Familien schlendern. Ich konzentriere mich auf die schlendernden Kurzhosen-Beine, die eine Vielfalt an Tattoos liefern. Vom tätowierten Strumpfband bis zu Bayern München ist hier an Tattoo-Motiven alles dabei. Die Leute verbringen ihre Zeit mit dem Füttern und Kosen von Streuner-Katzen und Streuner-Hunden. Nein, die Katzen und Hunde sind nicht ausgemergelt vor Hunger, im Gegenteil, prächtige Exemplare liefern sich hier dank behördlich veranlasster Futterstellen einen Catwalk. Hier gibt es Vieles im Überfluss.
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Nach meinem Promenanden-Walk nehme ich mir fix vor, mich in Geduld zu üben. Ich erkläre den Mitarbeitern freundlich gelassen und in einem ruhigen Ton, weshalb bestimmte Arbeitsschritte notwendig und wichtig sind. Die Stimmung entspannt sich. Wir beschließen, den Arbeitssamstag für heute bleiben zu lassen. Es schüttet wieder wie aus Kübeln. Ich empfange und bestaune die Fotos in spätsommerlicher Atmosphäre der zu Hause weilenden Krautundrübenfamilie, sei es von Bergesgipfeln, Straßenfesten oder Geburtstagsfeiern – die Sonne überstrahlt offenbar ganz Österreich.
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Ein weiteres Foto von Personen mittleren Alters erreicht mich, mit dem ich ursächlich nichts anfangen kann. Männer und ein paar Frauen prostend mit Bierkrügen in der Hand sitzen um einen Tisch. Ich erkenne zuerst niemanden, bis ich auf den Absender schaue und mich an das heutige Klassentreffen in meiner Heimatstadt erinnere. Nachdem ich keine Verbindungen mehr zu den Menschen habe, die ich vor nunmehr vierzig Jahren das letzte Mal bei der Maturafeier gesehen habe, tangiert mich dieses Treffen wenig. Vielmehr erstaunt mich allgemein, dass die ehemaligen männlichen Schulkollegen so gealtert sind, dass ich keinen mehr erkenne. Das Foto legt mir einmal mehr nahe, dass vierzig Jahre nicht nur Gesichter verändern, sondern auch Verbindungen verblassen lassen können, bis von einer gemeinsamen Vergangenheit kaum mehr als eine ferne Erinnerung bleibt.
Frau Krautundrübe