Coole Zonen

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Sommer, Sommer! Die große Hitze ist vorerst vorbei und es kann wieder einigermaßen durchgeatmet werden. Ich bin regelrecht erschöpft von den Hitzetagen, obwohl ich prinzipiell die Hitze gut vertrage – und auch feststelle, dass es in unserem Haus durchaus schon höhere Temperaturen hatte. Wir können gut alle Räume abdunkeln, das Schlafzimmer zeigt nach Nordnordost, dazu gibt es viele schattige Plätzchen im Garten und außerdem den Pool, der von Herrn Krautundrübe gehätschelt wird und den ich mittlerweile sehr zu schätzen weiß, indem ich nach einem anstrengenden Arbeitstag meine Runden im kühlen Wasser drehe. Mir ist dabei selbstverständlich bewusst, dass ich sehr privilegiert bin.

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Unser Alltag in unseren Breiten ist für große Hitze nicht tauglich, das ist nach diesen Tagen jedenfalls evident. Die jahrhundertealte, bewährte Siedlungsgliederung löst sich auf. Dörfer in geschützten Lagen werden von Erdrutschen oder Überschwemmungen bedroht, Städte überhitzen, Felder verdorren. Und es ist nicht einmal übertrieben. Nie macht sich jemand Gedanken, wie man richtig beschattet, wie das Schlafzimmer ausgerichtet sein soll, lichtdurchflutete, von namhaften Architekt:innen geplante Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser mit riesigen Fensterfronten werden zu Hitzefallen. Leidtragende sind Kinder, Kranke und natürlich viele Ältere in überhitzten Wohnungen. Klimatisierte Einkaufszentren und Supermärkte werden zu Erholungsoasen. Viele Städte und Gemeinden suchen nach praktikablen Lösungen, wie zum Beispiel in Wien mit den Coolen Zonen, die gratis kühle Aufenthaltszonen bieten. In meiner Stadt wird gerade um die Revitalisierung eines seit Jahren stillgelegten Freibades gerungen. Die Freibäder werden von der Stadtgemeinde kaum kostendeckend betrieben, was immer wieder kritisiert wird. Auch das zu revitalisierende Bad würde das Stadtbudget fordern. Dementsprechende Modelle werden derzeit für die Revitalisierung des Bades ausgearbeitet und Baukastensysteme in Erwägung gezogen. Ich bin guter Hoffnung, dass sich die positiven Kräfte für die Revitalisierung gegenüber der Gewinnoptimierung des Bades durchsetzen. Gerade die immer länger andauernden Hitzeperioden erfordern weitsichtige Lösungen für die Gesellschaft, indem man das Areal von Freibädern multifunktional im Sinne der Bedürfnisse von den Jungen bis zu den Alten als Coole Zone nutzt.

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Der Hitze, es hat gerade angenehme 33 Grad, werde ich in den nächsten Wochen entkommen. Der Rucksack ist noch nicht final gepackt, zu sehr hadere ich noch mit der winterlichen Skiunterwäsche. Der Blick auf den Wetterbericht für den Abisko-Nationalpark im nördlichen Schweden ernüchtert mich: Temperaturen zwischen 7 und 11 Grad – das ist nach 33 Grad doch recht kühl, 0-1 Sonnenstunden und eine Regenwahrscheinlichkeit bei 60 %, allerdings ist die „Treffsicherheit der Wettervorhersage niedrig“, wie im Wochenbericht angeführt ist und man empfiehlt spätere Aktualisierungen zu beobachten. Coolcation, selbst gewählt! Ob ich die 470 km am Kungsleden schließlich mit nassen Schuhen und frierend im Zelt – immerhin mit Schlafmaske wegen der Helligkeit – ab dem 1. Tag bis Hemavan absolviere, bleibt für mich spannend. Die Skiunterwäsche kommt in jedem Fall in den Rucksack.

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Ich gehe nochmals den ersten Tourentag durch, den ich praktisch gut erfasst habe, aber die Unsicherheit bleibt. Soll es doch einfach auf mich zukommen. Ich lass es für heute.

 

Frau Krautundrübe

@die_wanderei

 

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