#WMDEDGT 03/24

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Es ist wieder der 5. des Monats und die Tagebuchbloggerinnen finden sich wieder bei Frau Brüllen ein, die fragt #WMDEDGT, oder „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

Ich schlafe schlecht. Als mich dann doch das Weckerklingeln weckt, bin ich noch unausgeschlafen und unangenehm bewegt. Ich sehe den Läusekopf des Pubertieres vor mir und weiß, dass alles schwierig wird. Gestern kurz vor dem Zubettgehen meldet sich der Pubertier wegen starkem Kopfhautjucken und der Vermutung, dass das Jucken von Läusen verursacht wird. Gewusst von früher, als die Läuse hartnäckige Mitbewohner im Krautundrüben-Haus waren, untersuche ich die Haare oberhalb der Ohren und am Hinterkopf und sehe sofort die weißen Punkte und die kleinen länglichen Parasiten am Pubertier-Kopf. Ich sehe in den Schrank, wo jahrelang das Läuseshampoo aufbewahrt war, suche aber vergeblich. Egal, der letzte Läusebefall war sicher vor mehr als zehn Jahren, sodass das Shampoo nicht mehr zu verwenden gewesen wäre, jedenfalls muss das Entlausen des Pubertier-Läusekopfes auf heute verschoben werden.

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Geplant ist, dass ich um acht Uhr in die Apotheke gehe, um ein Läuseshampoo zu besorgen. Ich bin irritiert, da heute meine neue Mitarbeiterin ihre Arbeit beginnt und ich eigentlich um 9 Uhr in meinem Büro mit ihr verabredet bin, was sich nicht ausgehen wird. Ich zögere mit der Terminverschiebung und sehe nach dem Pubertier, der noch friedlich schläft. Ich rufe in der Schule an, um ihn zu entschuldigen und fahre ins Büro. Davor schreibe ich dem Pubertier noch einen Zettel mit der Aufforderung, sein Zimmer möglichst nicht zu verlassen, bis ich mit dem Läusemittel wieder komme. Vor meinem Büro erwartet mich meine neue Kollegin. Ich zeige ihr ihren Arbeitsplatz und organisiere die Zugangsdaten, damit sie die notwendigen Programme herunterladen kann, was aber höhere Administratorenrechte erfordert, die sie erst am nächsten Tag erhält. Sie ist voller Erwartung und Arbeitsfreude, ich bin gestresst und will eigentlich meine Ruhe. Trotzdem lege ich eine dem Tagesumstand entsprechend gute Einführung in ihren zukünftigen Arbeitsbereich hin. Hinzu kommen noch unerfreuliche Nachrichten aus dem Büroalltag. Innerlich gehetzt schaffe ich bis kurz nach Mittag alles Notwendige, um die nächste Apotheke anzusteuern, um das Läusezeugs zu kaufen. Auf dem Weg zur Apotheke stelle ich mir vor, dass alle Läusemittel ausverkauft sind, ich sehe vor mir eine mit der Achsel zuckende Apothekerin, die mir bedauernd sagt, dass sie gerade eben das letzte Läuseshampoo verkauft hätte. Als ich die Apotheke betrete und mein Anliegen vorbringe, bittet mich die nette Apothekerin lächelnd zu einem Regal, wo gerade noch zwei Läusesprays und ein Läuseshampoo stehen. Auf der Verpackung des Shampoos ist ein lustiger Kinderkopf dargestellt. Die Apothekerin meint, dass sie gerade noch ein Shampoo hat, das gut verträglich für Kinder ist und auch in den Augen nicht so stark brennt. Ich entgegne, dass es sich bereits um ein großes Läusekopfkind handelt, der bereits eine Chemiebombe vertragen würde. Ich nehme das Kinderkopfshampoo mit dem Hintergedanken, dass Läuseshampoos offenbar heiß begehrt sind.

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Als ich am frühen Nachmittag zu Hause ankomme, lässt der Pubertier die Entlausungsprozedur interessiert (sic!) über sich ergehen. Den restlichen Nachmittag verbringe ich mit Wäschewaschen, Desinfizieren von Oberflächen und dem Aufziehen frischer Bettwäsche. Dabei bemerke ich, wie sich die Katze mit der Pfote hektisch und intensiv hinter den Ohren kratzt, worauf ich intuitiv die Antiflohtropfen aus dem Schrank hole, um einem eventuellen Flohbefall entgegen zu wirken.

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Als ich mich einigermaßen zufrieden, dem Parasitengetier nämlich den Kampf angesagt zu haben, zum Bloggen setze und kurz in mich gehe, um ruhig zu werden, spüre ich ein leichtes Jucken hinter meinem linken Ohr. Ich überlege kurz, welche Bedeutung ich dem heute noch beimessen soll und entscheide, mich lieber an den länger werdenden Tagen und der sprießenden, früh-frühlingshaften Blumenpracht an Gänseblümchen, Krokussen und Leberblümchen zu erfreuen.

 

Frau Krautundrübe

 

 

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