# WMDEDGT 11/26

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Es ist wieder der 5. des Monats, und die Tagebuchblogger*innen finden sich bei Frau Brüllen ein, die fragt #WMDEDGT, oder „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“.

Der morgendliche Jetlag lässt mich noch immer um halb 5 Uhr aufwachen. Nachdem die Türkei mit den Zeitverschiebungen nicht mitgeht, wird sich mein Rhythmus erst wieder langsam umstellen. Ich nütze jedenfalls den frühen Start mit den lymphatischen Übungen in meinem Garten, die ich mir von Instagram abgeschaut habe. Es ist noch dunkel, die Terrassenbeleuchtung hilft, sodass ich mit dem Schwingen beginnen kann. Ich schwinge sodann mit den Armen, kicke mit den Beinen und beende die Session mit hohen Sprüngen. Ob es die frische Herbstluft und die feuchten Blätter an meinen Füßen sind oder tatsächlich der in Schwung geratene Lymphfluss, kann ich nicht beurteilen. Ich fühle mich jedenfalls wach, der anschließende stark gebrühte Kaffee verstärkt zusätzlich.

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Ich mache mich bereit für meinen Zahnarztbesuch, indem ich mir die Zähne eine Spur länger und sorgfältiger putze. Nach einer zeitraubenden Wurzelbehandlung im Sommer stehen heute Bohren und Füllen an. Ich gehe prinzipiell nicht gerne zum Zahnarzt, auch weil der Zahnarzt furchtbar unsympathisch ist und ich den Mund für ihn nicht öffnen mag. Trotzdem steigern absolvierte Mundhygiene und gesunde Zähne meinen Wohlfühlfaktor. Ich lasse das Bohren und Füllen ohne Spritze über mich ergehen – schließlich haben wir das als Kinder auch überstanden und ich habe im Anschluss eine Online-Konferenz. Dort muss ich Englisch reden und eine lahme Backe wäre hinderlich. Der unsympathische Zahnarzt überhäuft mich deshalb mit überschwänglichen Tapferkeitslobhudeleien, die nerven. Ich bekomme von der ständig telefonierenden Sprechstundenhilfe eine Rechnung mit einer horrenden Summe für die Füllung, wo ungefragt die Teuerste angewendet wurde, was mir den Zahnarzt noch unsymphathischer macht.

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Ich eile nach Hause, wo ich mich zur Konferenz in Antalya einlogge, die um halb 7 Uhr unserer Zeit begonnen hat und um 10 Uhr unserer Zeit bereits vor der Mittagspause steht, da es dort ja 2 Stunden später ist. Ich begrüße kurz die Organisatoren und türkischen Kolleg:innen, studiere nochmals kurz das Tagungsprogramm und gehe meinen Part nochmals durch. Warum wundert es mich nicht, dass unter dieser Organistation von westlichen Ländern der Männeranteil der Veranstaltung bei 80 % liegt?

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Nach der Konferenz am späten Nachmittag gehe ich noch hinaus in den Herbst, der sich von seiner besten Novemberseite zeigt. Es ist kalt, dicker Nebel, aus dem feine Tropfen nieseln, geben kein Stück Himmel frei. Ich bestaune die vielen Blätter, von denen fast jedes anders gefärbt ist. Das feurige Rot des Ahorns vor meinem Küchenfenster begeistert mich jedes Jahr aufs Neue. Trotz dieser trüben Witterung gibt es draußen so viel Schönes. Ich lasse meinen Blick über die Bäume schweifen und freue mich über die Farbenpracht der Blätter, von denen kaum eines dem anderen gleicht. Sie leuchten trotz Nebel in den unterschiedlichsten Farbtönen – von zartem Gelb über warmes Orange bis hin zu kräftigem Rot und tiefem Braun. Jedes scheint seine ganz eigene Geschichte vom vergangenen Sommer zu erzählen.

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Trotz frühem Aufstehen, Zahnarzt und zu vielen sich wichtignehmenden Männern bei der Konferenz, hat heute das Positive überwogen und ich beende zufrieden den Tag.

 

Frau Krautundrübe

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